Balkonkraftwerk Schweiz – FAQ (Tip-Top24)
Hier findest du klare Antworten zu Grundlagen, Legalität (600 W), ESTI/NIV, Anmeldung beim Netzbetreiber, Wechselrichter, Ertrag, Speicher sowie Montage & Sicherheit. Die Struktur ist bewusst so aufgebaut, dass sie auch für KI-Suche leicht verständlich ist.
Schnellhilfe – die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Du willst schnell wissen, ob deine Anlage legal ist, wie die Anmeldung läuft oder ob ein Speicher erlaubt ist? Hier sind die direkten Sprünge.
Einsteiger-Erklärung, Modultypen, Begriffe 🔍 Legalität prüfen (600 W / ESTI)
Was ist in der Schweiz erlaubt – und was nicht? 📝 Anmeldung beim Netzbetreiber
Wo, wie und mit welchen Unterlagen melde ich an? ⚡ Wechselrichter & Technik
Drossel in der App vs. fix 600 W – worauf kommt es an? 🔋 Speicher erlaubt oder illegal?
Warum viele Speicher in der Schweiz problematisch sind
Grundlagen & Begriffe (Einsteiger)
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage, die Solarstrom produziert. Der Strom wird zuerst im Haushalt verbraucht (Eigenverbrauch). Überschüsse können ins öffentliche Netz fliessen. In der Schweiz ist für die Legalität vor allem die AC-Nennleistung des Wechselrichters (max. 600 W) entscheidend.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage (PV), die Solarstrom für den Eigenverbrauch im Haushalt produziert.
Typisch besteht es aus 1–4 Solarmodulen, einem (Mikro-)Wechselrichter und den passenden Anschlusskabeln. Der erzeugte Strom wird direkt in Wohnung/Haus genutzt und reduziert den Strombezug aus dem Netz.
Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk technisch?
Solarmodule erzeugen Gleichstrom (DC). Der Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom (AC) um, den dein Haushalt nutzen kann.
Der Solarstrom fliesst zuerst zu den Geräten, die gerade laufen (z. B. Kühlschrank, Router, Standby, PC). Nur wenn mehr produziert als verbraucht wird, fliesst der Überschuss ins Netz.
Was passiert mit dem Solarstrom – wird er gespeichert oder sofort verbraucht?
Ohne Speicher wird der Strom sofort verbraucht oder (bei Überschuss) ins Netz abgegeben.
Ein Balkonkraftwerk ist standardmässig kein Speichersystem. Wenn du Strom für den Abend/Nacht nutzen möchtest, brauchst du eine Speicherlösung – dabei ist in der Schweiz die 600-W-Regel besonders wichtig.
Was bedeutet „Eigenverbrauch“ – und warum ist er so wichtig?
Eigenverbrauch ist der Anteil des Solarstroms, den du direkt selbst nutzt.
Je höher dein Eigenverbrauch, desto mehr Netzstrom sparst du – und desto schneller lohnt sich das Balkonkraftwerk. Typische Grundverbraucher (Router, Kühlschrank, NAS/Server, Standby) sind ideal, weil sie tagsüber konstant Strom ziehen.
Speist ein Balkonkraftwerk Strom ins öffentliche Netz ein?
Ja – wenn du gerade weniger verbrauchst als produziert wird, fliesst der Überschuss automatisch ins Netz.
Darum verlangen Netzbetreiber häufig eine Anmeldung. Ein Speicher kann helfen, Überschüsse zu reduzieren – muss in der Schweiz aber zwingend konform sein.
Welche Komponenten gehören zu einem Balkonkraftwerk?
Typische Komponenten sind Solarmodule, Wechselrichter, Montage/Halterung, DC-Kabel (MC4) und ein AC-Anschlusskabel zur Steckdose.
Optional kommen Monitoring (App/WLAN) und – bei passenden Systemen – ein Speicher hinzu.
Was macht der Wechselrichter genau?
Der Wechselrichter wandelt DC (vom Modul) in AC (für deinen Haushalt) und bestimmt die maximale Einspeiseleistung.
In der Schweiz ist das rechtlich entscheidend: Ein zulässiges Balkonkraftwerk basiert auf einem Wechselrichter mit max. 600 W AC-Nennleistung, der nicht umschaltbar sein darf.
Was bedeuten DC und AC (einfach erklärt)?
DC (Gleichstrom) kommt aus den Solarmodulen. AC (Wechselstrom) nutzt dein Haushalt und das öffentliche Netz.
Der Wechselrichter ist das „Übersetzungsgerät“ zwischen Modul und Hausnetz.
Was sagt die Wattzahl eines Solarmoduls wirklich aus?
Die Wattzahl (Wp) ist die Spitzenleistung unter Standard-Testbedingungen – in der Praxis liegt die Leistung oft darunter.
Temperatur, Bewölkung, Winkel und Verschattung reduzieren die reale Leistung. Deshalb sind mehr Modulleistung (DC) und gute Ausrichtung häufig sinnvoll, auch wenn der Wechselrichter auf 600 W begrenzt ist.
Unterschied monokristallin vs. polykristallin?
Monokristalline Module sind heute Standard: meist höhere Effizienz und bessere Flächenausnutzung.
Polykristalline Module sind meist weniger effizient und werden bei neuen Balkonkraftwerken selten verwendet.
Was bedeutet „bifazial“ und wann lohnt sich das?
Bifaziale Module erzeugen Strom auf Vorder- und Rückseite.
Das lohnt sich besonders, wenn die Rückseite Licht bekommt (heller Boden, Abstand zur Wand, keine vollflächige Abdeckung). Auf Balkonen, Flachdächern, Kies/Beton oder bei Schnee kann das Mehrertrag bringen.
Glas-Glas vs. Glas-Folie: Was ist besser?
Glas-Glas ist in der Regel robuster und langlebiger – besonders bei Balkon- und Aussenmontage.
Glas-Folie-Module sind oft leichter und günstiger, können langfristig aber empfindlicher gegenüber Feuchte und mechanischer Belastung sein.
Was bedeutet „Wirkungsgrad“ bei Solarmodulen?
Der Wirkungsgrad sagt, wie effizient eine Modulfläche Sonnenlicht in Strom umwandelt.
Höherer Wirkungsgrad bedeutet: mehr Leistung auf gleicher Fläche – relevant auf Balkonen, wo Platz knapp ist.
Was ist „STC“ und warum ist die reale Leistung oft niedriger?
STC (Standard Test Conditions) sind Laborbedingungen, unter denen die Modul-Wattzahl gemessen wird.
In der Realität sind Module oft wärmer, der Winkel ist nicht perfekt und die Einstrahlung variiert – darum erreicht ein Modul seine Nennleistung nur selten und meist nur kurzzeitig.
Warum unterscheiden sich Ertragsangaben (kWh/Jahr) so stark?
Weil Standort, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Wetter den Ertrag massiv beeinflussen.
Ein Balkon in Südlage ohne Schatten liefert deutlich mehr als eine verschattete Nordlage. Darum sind pauschale Werte nur Richtwerte.
Brauche ich einen speziellen Stromzähler oder Zählerwechsel?
Das hängt vom Netzbetreiber und vom vorhandenen Zähler ab.
Viele moderne Zähler sind geeignet. Bei älteren Zählern kann der Netzbetreiber einen Austausch verlangen – genau deshalb ist die Anmeldung wichtig.
Kann ein Balkonkraftwerk meinen Haushalt „autark“ machen?
Nein – es reduziert deinen Netzbezug, ersetzt das Stromnetz aber nicht.
Ein 600-W-System deckt vor allem Grundlasten und Tagesverbrauch ab. Für echte Autarkie bräuchte es deutlich mehr Leistung und meist einen grossen Speicher.
Was sind die häufigsten Irrtümer bei Balkonkraftwerken?
Die häufigsten Irrtümer: „600 W Modulleistung ist das Maximum“, „App-Drosselung macht alles legal“, „die Anlage liefert immer 600 W“ und „Anmeldung ist optional“.
In der Schweiz zählt die AC-Nennleistung des Wechselrichters (600 W). Modulleistung kann höher sein – und die reale Produktion schwankt stark.
Recht & Gesetz (ESTI / NIV)
Wechselrichter mit höherer Nennleistung (z. B. 800 W), die nur softwareseitig in der App auf 600 W gedrosselt werden, gelten in der Schweiz nicht als zulässige Balkonkraftwerke. Massgebend ist die Nennleistung bzw. die technische Umschaltbarkeit – nicht die App-Einstellung.
Was ist in der Schweiz ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine steckerfertige Photovoltaikanlage mit maximal 600 W Wechselrichterleistung (AC), die von Laien installiert werden darf, sofern alle Vorgaben eingehalten werden.
Entscheidend ist nicht die Modulleistung (DC), sondern die dauerhaft begrenzte Ausgangsleistung des Wechselrichters sowie die korrekte Dokumentation/Anmeldung.
Wie viel Watt sind bei einem Balkonkraftwerk in der Schweiz legal?
Legal sind Balkonkraftwerke mit maximal 600 W Wechselrichter-Nennleistung (AC).
Die Solarmodule dürfen höher dimensioniert sein (z. B. 860 W oder mehr). Rechtlich relevant ist, dass der Wechselrichter dauerhaft bei 600 W begrenzt ist.
Zählt die Leistung der Solarmodule oder des Wechselrichters?
Massgebend ist die Nennleistung des Wechselrichters (AC).
Die Module liefern DC-Leistung; der Wechselrichter bestimmt die AC-Einspeiseleistung ins Hausnetz. Darum ist die Wechselrichter-AC-Nennleistung rechtlich entscheidend.
Warum ist die AC-Nennleistung rechtlich entscheidend?
Die AC-Nennleistung definiert die maximal mögliche Einspeiseleistung ins Hausnetz.
Sie entscheidet darüber, ob ein Gerät als 600-W-Balkonkraftwerk gilt oder ob Installationspflicht nach NIV ausgelöst wird.
Sind Wechselrichter mit App-Drosselung auf 600 W erlaubt?
In der Praxis gilt: Eine reine App-Drosselung macht ein höher dimensioniertes Gerät nicht automatisch zum zulässigen Balkonkraftwerk.
Für ein zulässiges 600-W-Balkonkraftwerk braucht es einen Wechselrichter, dessen Nennleistung dauerhaft maximal 600 W beträgt und der nicht durch Endnutzer auf höhere Leistung umgestellt werden kann.
Was sagt das ESTI zu umschaltbaren Wechselrichtern?
Das ESTI hält fest: Als Balkonkraftwerke sind lediglich Wechselrichter mit max. 600 W Nennleistung zulässig; umschaltbare Wechselrichter mit höheren Leistungen sind dafür unzulässig.
Damit sind auch „800 W Geräte, die man nur auf 600 W stellt“ rechtlich kritisch.
Wann gilt eine PV-Anlage als installationspflichtig gemäss NIV?
Netzgebundene PV-Anlagen mit AC-Nennleistung grösser 600 W dürfen nicht an Endstromkreise angeschlossen werden.
Sie unterliegen der Installationspflicht nach NIV und müssen fest angeschlossen und separat abgesichert werden (durch konzessionierte Elektrofachbetriebe).
Darf ich ein Balkonkraftwerk selbst installieren?
Ja, wenn es ein zulässiges 600-W-Balkonkraftwerk ist (max. 600 W AC-Nennleistung, nicht umschaltbar, normgerechter Anschluss, Anmeldung).
Bei höheren Leistungen oder installationspflichtigen Anlagen ist eine Elektrofachfirma erforderlich.
Was passiert bei einem nicht ESTI-konformen Balkonkraftwerk?
Ein nicht konformer Betrieb kann zu Stilllegung, behördlichen Massnahmen und Problemen im Schadenfall führen.
Besonders kritisch sind Geräte mit höherer Nennleistung, die als „Balkonkraftwerk“ betrieben werden. Betreiber tragen das Risiko.
Drohen Bussen oder eine Stilllegung bei illegalem Betrieb?
Ja, das ist möglich. Netzbetreiber und Behörden können Massnahmen anordnen – bis hin zur Stilllegung.
Ob und wie sanktioniert wird, hängt vom Einzelfall ab. Das Risiko steigt, wenn eine installationspflichtige Anlage als steckerfertig betrieben wird.
Wer haftet bei Schäden durch ein Balkonkraftwerk?
Der Betreiber haftet.
Bei Schäden prüfen Versicherungen typischerweise, ob die Anlage gesetzeskonform betrieben wurde und ob Installationspflichten beachtet wurden.
Kann die Versicherung Leistungen verweigern?
Im Schadenfall kann fehlende Konformität oder grobe Fahrlässigkeit zu Leistungskürzungen oder Verweigerung führen.
Darum ist ein normkonformer Betrieb zentral – insbesondere bei Wechselrichtern/Speichern mit höherer Nennleistung und App-Umschaltung.
Anmeldung & Netzbetreiber (Supportkiller)
Die meisten Verzögerungen entstehen nicht bei der Technik, sondern bei der Anmeldung und bei falschen Angaben (z. B. Wechselrichter-Leistung/Typ). Wenn du korrekt meldest, ist das Thema in der Regel schnell erledigt.
Muss ich ein Balkonkraftwerk in der Schweiz anmelden?
Ja, in der Praxis verlangen Netzbetreiber für Plug-and-Play-PV in der Regel eine Anmeldung/Meldung.
Grund: Es ist eine Erzeugungsanlage, und Überschüsse können ins Netz fliessen.
Wo melde ich mein Balkonkraftwerk an?
Beim lokalen Netzbetreiber/Stromversorger (oft online via Formular).
Viele Netzbetreiber haben eine eigene Seite „Plug-and-Play PV“ oder „Steckbare PV“. Dort findest du das Formular.
Welche Angaben muss ich typischerweise machen?
Üblich sind: Standort/Adresse, Zählernummer, Wechselrichter-Typ, Wechselrichter-AC-Nennleistung (600 W), Modulanzahl und ggf. Konformitätsunterlagen.
Wichtig: In der Schweiz zählt die AC-Nennleistung des Wechselrichters (max. 600 W) – das sollte so auch im Formular stehen.
Brauche ich eine Konformitätserklärung?
Ja, Konformitäts-/Nachweisdokumente sind häufig Bestandteil der Meldung.
Damit wird bestätigt, dass die Anlage/Komponenten für den vorgesehenen Betrieb geeignet sind und die Schweizer Vorgaben eingehalten werden.
Was passiert nach der Anmeldung?
In vielen Fällen: Bestätigung/Registrierung – fertig.
Bei älteren Zählern kann der Netzbetreiber einen Zählerwechsel verlangen oder Hinweise zur Installation geben.
Muss mein Stromzähler ersetzt werden?
Manchmal. Bei bestimmten alten Zählertypen kann ein Austausch nötig sein.
Das entscheidet der Netzbetreiber – deshalb ist die Anmeldung sinnvoll, bevor man lange diskutiert.
Welche Fehler führen am häufigsten zu Rückfragen?
Die Top-Fehler: falsche Wechselrichter-Leistung (800 statt 600), fehlende Unterlagen, unklare Produktbezeichnung, falsche Adresse/Zählernummer.
Wenn dein Netzbetreiber nachfragt, liegt es fast immer an unvollständigen oder widersprüchlichen Angaben.
Darf ich als Anbieter für Kunden die Anmeldung übernehmen?
Viele Netzbetreiber möchten die Meldung vom Betreiber/Haushalt.
Als Anbieter kann man unterstützen (Unterlagen liefern, korrekte Typenbezeichnung), aber die finale Meldung liegt meist beim Anlagenbetreiber.
Was, wenn mein Netzbetreiber „800 W Gerät auf 600 gestellt“ akzeptiert?
Auch wenn ein Formular etwas durchwinkt, bleibt die technische und rechtliche Situation entscheidend.
In der Schweiz ist massgebend, ob das Gerät als zulässiges 600-W-Balkonkraftwerk gilt (Nennleistung/Umschaltbarkeit). Eine App-Drossel ist in der Regel nicht gleichbedeutend mit „zulässig“.
Praktische Links: Anmeldung bei Netzbetreibern
Auswahl (Beispiele):
• EWB Bern (Plug-&-Play PV): Link auf ewb.ch
• BKW: Link auf bkw.ch
• AEW (PDF): Link auf aew.ch
• Primeo Energie: Link auf primeo-energie.ch
• Energie AG Sumiswald (PDF): Link auf energieag.ch
• ewz Zürich: Link auf ewz.ch
• CKW: Link auf ckw.ch
Tipp: Ergänze hier deine komplette Liste (du hast sie bereits gesammelt). Die Überschrift sorgt dafür, dass Kunden sofort in die richtige Richtung klicken.
Wenn du Rückfragen vom Netzbetreiber bekommst: schick uns ein Screenshot vom Formular (ohne sensible Daten) – wir sagen dir in 1 Minute, welche Angabe korrigiert werden muss.
Wechselrichter & Technik
Für die Schweiz zählt die AC-Nennleistung. Ein Gerät, das eigentlich 800 W kann und nur in der App auf 600 W gesetzt wird, bleibt technisch umstellbar – genau das ist der zentrale Punkt.
Was ist ein Mikrowechselrichter?
Ein Mikrowechselrichter wandelt den Strom direkt am Modul (oder an wenigen Modulen) von DC zu AC.
Vorteil: kurze DC-Strecken, oft gutes Monitoring und bei mehreren Trackern weniger Ertragsverlust durch Teilverschattung.
Was ist MPPT – und warum ist das wichtig?
MPPT (Maximum Power Point Tracking) sucht laufend den optimalen Arbeitspunkt des Moduls.
Mehrere MPPT-Eingänge sind besonders hilfreich, wenn Module unterschiedlich ausgerichtet sind oder teilweise verschattet werden.
Warum ist „800 W auf 600 W in der App gedrosselt“ problematisch?
Weil die höhere Leistung technisch verfügbar bleibt und durch Einstellungen/Updates/Bedienfehler wieder freigeschaltet werden kann.
In der Schweiz zählt für ein zulässiges Balkonkraftwerk, dass die Ausgangsleistung dauerhaft und nicht durch den Endnutzer auf >600 W gestellt werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen „fix programmiert“ und „per App begrenzt“?
Fix programmiert: Das Gerät lässt keine höhere Leistung zu (keine Umschaltung durch Endnutzer).
Per App begrenzt: Die Grenze ist eine Einstellung – und damit grundsätzlich veränderbar.
Genau diese Umschaltbarkeit ist der Knackpunkt bei vielen 800-W-Produkten.
Kann ein Netzbetreiber erkennen, ob ein Gerät umschaltbar ist?
Teilweise ja, z. B. über Typenbezeichnung, Datenblatt, Hersteller-App und AC-Nennleistung.
Viele Rückfragen entstehen, wenn Modellname/Leistung nicht sauber zusammenpassen oder wenn Datenblätter 800 W zeigen, aber im Formular 600 W eingetragen wird.
Was ist mit „Spezialversionen“, die nur bis 600 W einstellbar sind?
Das kann technisch eine Lösung sein, wenn die Begrenzung tatsächlich dauerhaft ist und nicht durch Endnutzer/Apps auf höhere Leistung geändert werden kann.
Wichtig sind saubere Unterlagen/Bezeichnung und die klare Zuordnung dieser Version (damit Netzbetreiber nicht das Standard-Datenblatt des 800/2000-W Geräts heranziehen).
Warum gibt es Wechselrichter mit „Industrie-WLAN“, Cloud, App usw.?
Monitoring hilft: Ertrag prüfen, Fehler erkennen, Firmware aktuell halten.
Aber: Bei Geräten, die per App Leistung ändern können, ist genau diese Fernkonfiguration rechtlich heikel, wenn >600 W möglich sind.
Was tun, wenn sich der Wechselrichter nicht verbindet?
Die häufigsten Ursachen: 2.4 GHz WLAN (kein 5 GHz), zu schwaches Signal, falsches Passwort, Router-Sicherheit, Gerät nicht im Pairing-Modus.
Wenn du uns Modell + App + Screenshot der Fehlermeldung sendest, können wir meist sehr schnell helfen.
Ertrag & Wirtschaftlichkeit
Ein 600-W-Balkonkraftwerk produziert nicht „immer 600 W“. Die meiste Zeit liegt die Leistung darunter. Darum sind gute Ausrichtung, Verschattungsfreiheit und oft auch etwas mehr Modulleistung (DC-Überdimensionierung) entscheidend für einen hohen Jahresertrag.
Wie viel Strom erzeugt ein 600-W-Balkonkraftwerk in der Schweiz pro Jahr?
Typisch sind grob mehrere hundert kWh pro Jahr – abhängig von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung.
Ein Balkonkraftwerk liefert im Sommer deutlich mehr als im Winter. Süd-Ausrichtung und freie Sonneneinstrahlung erhöhen den Ertrag stark; Teilverschattung kann ihn spürbar senken.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk im Winter überhaupt?
Ja – aber der Winterertrag ist deutlich geringer als im Sommer.
In der Schweiz sind die Tage kürzer und der Sonnenstand tiefer. Gut montierte Module (passender Winkel, wenig Schatten) liefern dennoch nützlichen Strom – besonders für Grundverbraucher (Router, Kühlschrank, Standby).
Ist es sinnvoll, mehr Modulleistung als 600 W zu installieren?
Ja – mehr DC-Modulleistung sorgt dafür, dass der Wechselrichter öfter und länger nahe an 600 W arbeitet.
Gerade morgens/abends, bei Bewölkung oder im Winter hilft eine Überdimensionierung, weil die Module selten ihre Nennleistung erreichen. Rechtlich zählt in der Schweiz weiterhin die 600-W-AC-Nennleistung des Wechselrichters.
Warum machen mehr als zwei Solarmodule oft Sinn?
Weil mehrere Module die Erzeugung über den Tag stabilisieren – besonders bei suboptimaler Ausrichtung oder Teilverschattung.
Mehr Modulfläche bedeutet nicht „illegal“, solange der Wechselrichter dauerhaft auf 600 W begrenzt ist. Es bedeutet aber häufig mehr nutzbaren Eigenverbrauch über den Tag verteilt.
Welche Ausrichtung ist am besten – Süd, Ost/West oder Nord?
Süd liefert meist den höchsten Spitzenwert, Ost/West oft den besseren Tagesverlauf für Eigenverbrauch.
Ost/West verteilt die Produktion breiter auf Morgen und Nachmittag – das passt oft besser zum Haushalt. Nord ist in der Regel deutlich schwächer und nur in Spezialfällen sinnvoll.
Welche Neigung (Winkel) ist ideal?
„Ideal“ hängt von Saison und Montageort ab – häufig funktionieren moderate Neigungen sehr gut.
Steilere Winkel begünstigen Winterertrag und Selbstreinigung; flachere Winkel begünstigen Sommerertrag. Am wichtigsten ist, dass die Module nicht verschattet sind.
Wie stark reduziert Verschattung den Ertrag?
Verschattung kann den Ertrag massiv reduzieren – schon wenige Stunden Schatten pro Tag machen einen grossen Unterschied.
Teilverschattung ist besonders kritisch bei Balkonen (Geländer, Pflanzen, Nachbargebäude). Mikrowechselrichter und mehrere MPPT-Tracker helfen, aber Schatten bleibt einer der grössten Ertragskiller.
Wie viel Eigenverbrauch ist realistisch – und warum ist das wichtig?
Je mehr du direkt während der Produktion verbrauchst, desto schneller amortisiert sich die Anlage.
Ein Balkonkraftwerk lohnt sich besonders, wenn tagsüber Grundverbraucher laufen (Kühlschrank, Router, Büro, Server, Standby). Wer tagsüber nie zuhause ist, profitiert oft zusätzlich von einem Speicher.
Ab wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk typischerweise?
Das hängt vor allem von deinem Eigenverbrauch und dem Strompreis ab.
Wenn du einen grossen Teil des Solarstroms selbst nutzt, amortisiert sich ein Balkonkraftwerk deutlich schneller. Bei geringem Eigenverbrauch dauert es länger – insbesondere ohne Speicher.
Was bringen bifaziale Module beim Balkonkraftwerk wirklich?
Bifaziale Module können Mehrertrag liefern, wenn Rückseitenlicht vorhanden ist (heller Untergrund, Abstand, keine vollflächige Rückseitenabdeckung).
Auf Balkonen, Flachdächern oder bei Schnee/hellen Böden kann das spürbar sein. Ohne Licht auf der Rückseite ist der Vorteil geringer.
Glas-Glas vs. Glas-Folie: Hat das einen Einfluss auf den Ertrag?
Der direkte Ertragsunterschied ist oft klein – der grosse Vorteil liegt meist in Langlebigkeit und Stabilität.
Glas-Glas ist robust gegenüber Feuchte und mechanischer Belastung und hat häufig bessere Langzeitstabilität. Für Balkon/Fassade ist das besonders interessant.
Soll ich lieber ein Set kaufen oder selbst zusammenstellen?
Ein Set ist meist die sicherste Wahl, weil Komponenten, Stecker und Dokumentation zusammenpassen.
Selbst zusammengestellte Anlagen scheitern häufig an falschen Steckern, unpassender Verkabelung oder fehlenden Unterlagen bei der Anmeldung.
Für maximale Wirtschaftlichkeit: Schatten vermeiden, möglichst viel Eigenverbrauch tagsüber (z. B. Waschmaschine/Boiler/IT tagsüber laufen lassen) und bei Bedarf einen Speicher einplanen.
Speicher & Erweiterung (Schweiz)
Bei Balkonkraftwerken ist entscheidend, dass die AC-Ausgangsleistung dauerhaft auf max. 600 W begrenzt ist. Das betrifft nicht nur den Mikrowechselrichter, sondern auch Speicherlösungen mit integriertem Wechselrichter.
Praxisproblem: Sehr viele Speicher mit integriertem Wechselrichter sind per App konfigurierbar und können Ausgangsleistungen über 600 W erlauben oder freischalten. Solche Systeme sind in der Schweiz nicht als Balkonkraftwerk zulässig, auch wenn sie auf 600 W „gedrosselt“ werden.
Sind Batteriespeicher bei Balkonkraftwerken in der Schweiz grundsätzlich erlaubt?
Ja – entscheidend ist aber, dass die Anlage insgesamt die 600-W-Regel (AC) einhält.
Ein Speicher kann legal sein, wenn die Einspeiseleistung ins Hausnetz dauerhaft und nicht umstellbar auf max. 600 W begrenzt bleibt und alle Vorgaben (Anmeldung/Unterlagen) eingehalten werden.
Warum sind viele Speicher mit integriertem Wechselrichter in der Schweiz problematisch?
Weil sie typischerweise eine höhere AC-Nennleistung haben oder per App höhere Ausgangsleistungen zulassen.
Selbst wenn man sie in der App auf 600 W einstellt, bleibt das rechtlich problematisch, weil massgebend die Nennleistung bzw. die Möglichkeit der Umschaltung ist – nicht die aktuelle Einstellung.
Reicht es, wenn ein Speicher per App auf 600 W begrenzt wird?
Nein – eine reine App-Drosselung ist in der Schweiz in der Regel nicht ausreichend.
Wenn das System technisch höhere AC-Leistung zulässt, gilt es nicht als zulässiges 600-W-Balkonkraftwerk. Für Rechtssicherheit braucht es eine Begrenzung, die nicht durch den Endnutzer umgestellt werden kann.
Darf ein Speicher mehr als 600 W ins Hausnetz einspeisen?
Wenn mehr als 600 W AC eingespeist werden können, ist es kein Balkonkraftwerk mehr – und es kann Installationspflicht nach NIV auslösen.
Solche Systeme müssen fachgerecht installiert (z. B. fest angeschlossen, separat abgesichert) und je nach Fall anders angemeldet werden.
Lohnt sich ein Speicher bei einem 600-W-Balkonkraftwerk überhaupt?
Ja, wenn du tagsüber wenig Strom verbrauchst und den Solarstrom abends/nachts nutzen willst.
Ein Speicher erhöht typischerweise den Eigenverbrauch und reduziert Netzbezug.
Wie gross sollte ein Speicher sein?
Das hängt vom Tagesüberschuss und deinem Abend-/Nachtverbrauch ab.
Als Faustregel: Ein kleiner Speicher kann bereits helfen, den Abend zu überbrücken. Wer viel Überschuss hat (z. B. grosse Modulfläche), profitiert eher von mehr Kapazität.
Muss ein Speicher angemeldet werden?
Das hängt vom Netzbetreiber und vom System ab.
Bei Nachrüstung/Erweiterung empfiehlt sich, die Meldung zu aktualisieren bzw. kurz beim Netzbetreiber nachzufragen.
Kann ich mein Balkonkraftwerk später mit einem Speicher erweitern?
Ja – wichtig ist, dass die 600-W-AC-Grenze weiterhin dauerhaft eingehalten wird.
Vor dem Kauf eines Speichers prüfen: integrierter Wechselrichter? per App veränderbar? Genau dort entstehen in der Schweiz häufig rechtliche Probleme.
Kann ich Module oder die Modulleistung später erhöhen?
Technisch oft ja – rechtlich bleibt entscheidend, dass der Wechselrichter (AC) dauerhaft auf max. 600 W begrenzt ist.
Mehr Modulleistung kann den Jahresertrag erhöhen, weil der Wechselrichter häufiger an seiner Leistungsgrenze arbeitet.
Woran erkenne ich, ob ein Speicher-System in der Schweiz als Balkonkraftwerk zulässig ist?
Prüfe drei Punkte: (1) maximale AC-Nennleistung, (2) ist die Begrenzung fix oder per App umstellbar, (3) Schweizer Nachweisdokumente.
Wenn ein System höhere AC-Leistung zulässt oder umschaltbar ist, ist es in der Regel nicht als 600-W-Plug-&-Play-System zulässig.
Viele Speicher mit integriertem Wechselrichter sind per App auf höhere Ausgangsleistungen konfigurierbar. Solche Systeme sind in der Schweiz nicht als Balkonkraftwerk zulässig, auch wenn sie „auf 600 W gestellt“ werden.
Wenn du unsicher bist: Schick uns den Produktlink oder ein Datenblatt. Wir sagen dir kurz, ob das System als 600-W-Plug-&-Play in der Schweiz passt oder ob Installationspflicht entsteht.
Montage, Alltag & Sicherheit
Die häufigsten Probleme entstehen nicht am Wechselrichter, sondern bei Montage (Sturm/Statik) und Anschluss (Steckdose/Kabel). Sicherheit = stabile Befestigung, saubere Kabelführung und korrekte Anmeldung beim Netzbetreiber.
Darf ich ein Balkonkraftwerk am Geländer montieren?
Grundsätzlich ja – sofern die Montage sturm- und absturzsicher ist und keine Regeln von Vermieter/WEG verletzt.
Wichtig: sichere Halterung, ausreichende Fixierung, keine losen Bauteile. Bei exponierten Lagen (Wind) unbedingt eine dafür geeignete Befestigung wählen.
Brauche ich die Zustimmung vom Vermieter oder der Stockwerkeigentümergemeinschaft?
In Mietwohnungen ist eine Zustimmung häufig sinnvoll bzw. erforderlich, besonders bei sichtbaren oder baulichen Veränderungen.
Bei Stockwerkeigentum können Reglemente/Versammlungsbeschlüsse relevant sein. Am besten vorab schriftlich klären.
Wie sturmsicher muss die Montage sein?
So sicher, dass bei Sturm nichts verrutschen, kippen oder herunterfallen kann.
Module wirken wie Segel. Bei Unsicherheit: lieber überdimensionieren als riskieren.
Wie schwer sind Solarmodule – hält mein Balkon das aus?
Solarmodule wiegen je nach Modell oft rund 20–30 kg pro Modul.
Wichtiger als das Gewicht allein sind Befestigung, Windlast und die Art der Auflage.
Welche Steckdose ist in der Schweiz richtig (T13, Schuko, Wieland)?
In der Schweiz ist T13 üblich. Manche Geräte/Kabel kommen als Schuko (Typ F) und benötigen einen passenden Adapter.
Wichtig ist ein normgerechter Anschluss am Endstromkreis.
Darf ich ein Verlängerungskabel verwenden?
Wenn überhaupt, dann nur kurz, hochwertig und für den Ausseneinsatz geeignet – und ohne Kabelsalat.
Zu lange oder billige Verlängerungen können zu Wärmeentwicklung und Spannungsabfall führen.
Brauche ich einen speziellen FI/RCD-Schalter?
Ein funktionierender FI/RCD ist generell sinnvoll – die genaue Auslegung hängt von deiner Hausinstallation ab.
Bei älteren Installationen oder Unsicherheiten empfiehlt sich eine kurze Prüfung durch eine Elektrofachperson.
Kann ein Balkonkraftwerk einen Brand auslösen?
Bei korrekter Installation ist das Risiko sehr gering – häufige Ursachen sind schlechte Steckverbindungen, falsche Kabel oder unsachgemässe Montage.
Saubere Steckverbindungen (MC4 verriegelt), keine gequetschten Kabel, wetterfeste Verlegung.
Wie verlege ich Kabel richtig (MC4/DC und AC)?
Kabel müssen zugentlastet, scheuerfrei und wettergeschützt verlegt werden.
Keine harten Knicke, keine scharfen Kanten, keine Dauerzugbelastung an Steckern.
Darf ich das Balkonkraftwerk bei Auszug mitnehmen?
In der Regel ja, sofern es ohne bauliche Veränderungen montiert wurde.
Wenn etwas fest verschraubt oder geändert wurde, sollte das vorab mit dem Vermieter geklärt werden.
Was sind die häufigsten Montagefehler?
Die Klassiker: zu schwache Befestigung (Wind), falsche Kabelführung, nicht verriegelte MC4-Stecker, billige Verlängerungskabel, Schatten durch Geländer/Pflanzen.
Ein Foto vom Montageort spart oft 10 Mails – dann können wir dir direkt sagen, was passt.
Wie reinige ich Solarmodule richtig?
Meist reicht Regen. Bei Bedarf vorsichtig mit weichem Wasser, weichem Tuch/Schwamm und ohne Hochdruckreiniger.
Sicherheit geht vor: keine riskanten Aktionen am Geländer oder bei Nässe.
Für eine schnelle Empfehlung: Schick uns ein Foto vom Balkon/Geländer und sag kurz Modulgrösse + gewünschte Ausrichtung. Dann sagen wir dir, welche Halterung passt und worauf du achten solltest.
Glossar Balkonkraftwerk Schweiz (A–Z)
Kurze, klare Begriffe rund um Balkonkraftwerke, 600 W Regel, ESTI / NIV, Anmeldung, Wechselrichter, Module und Speicher. Ideal zum schnellen Nachschlagen.
Für „Plug-&-Play“ ist vor allem die AC-Nennleistung des Wechselrichters (max. 600 W) entscheidend. Geräte, die technisch mehr können und nur per App „limitiert“ werden, sind rechtlich heikel.
A
AC (Wechselstrom)
Der Stromtyp im Haushalt und im öffentlichen Netz. Der Wechselrichter wandelt den Modulstrom (DC) in AC um.
AC-Nennleistung
Maximale Ausgangsleistung des Wechselrichters in Watt (z. B. 600 W). In der Schweiz ist das die zentrale Grösse für die Einordnung als Balkonkraftwerk.
Anmeldung (Netzbetreiber)
Meldung deiner Plug-&-Play-PV beim lokalen Netzbetreiber/Stromversorger. Häufig via Formular, manchmal inkl. Unterlagen.
App-Drosselung
Leistungsbegrenzung per Software-Einstellung in der App. In der Schweiz oft problematisch, wenn das Gerät technisch mehr als 600 W kann (umschaltbar).
B
Balkonkraftwerk
Kleine PV-Anlage für den Eigenverbrauch, typischerweise steckerfertig. In der Schweiz gilt als Richtlinie: Wechselrichter max. 600 W AC.
Bifazial (bifacial)
Solarmodule, die auf Vorder- und Rückseite Strom erzeugen. Mehrertrag möglich bei hellem Untergrund/Abstand/Schneereflexion.
Booster / DC-Überdimensionierung
Mehr Modulleistung (DC) als Wechselrichterleistung (AC), damit der Wechselrichter öfter nahe seiner 600 W arbeitet – besonders bei diffusem Licht.
C
CEE / Stecksysteme
Steckertypen/Anschlüsse (z. B. CH-T13, Schuko Typ F). Wichtig: normgerechter Anschluss und passende Kabel/Adapter.
Cloud-Monitoring
Online-Überwachung der PV-Produktion über Herstellerplattformen. Praktisch für Ertragskontrolle und Fehlersuche.
CT (Stromsensor)
Strommessklemme/ Sensor, der den Verbrauch misst und in manchen Systemen die Einspeisung regelt. Je nach Lösung relevant bei Speichern.
D
DC (Gleichstrom)
Stromtyp aus Solarmodulen. Wird durch den Wechselrichter in AC umgewandelt.
Degradation
Langsamer Leistungsabfall von Solarmodulen über Jahre. Hochwertige Module verlieren typischerweise nur wenige Prozent pro Jahrzehnt.
Datenblatt
Technisches Dokument zum Produkt (z. B. Leistung, Spannung, MPPT-Bereich). Für Anmeldung/Legalität oft entscheidend.
DV / Dokumentation
Unterlagen wie Konformitätserklärung, Anleitung, Datenblatt. Netzbetreiber fragen häufig nach solchen Nachweisen.
E
Eigenverbrauch
Anteil des Solarstroms, den du direkt im Haushalt nutzt. Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich das System.
Einspeisung
Stromüberschuss, der ins öffentliche Netz fliesst, wenn deine Produktion höher ist als dein Verbrauch.
ESTI
Eidgenössisches Starkstrominspektorat. Zuständig für Aufsicht/Regelwerke rund um elektrische Anlagen und Sicherheit.
F
FI / RCD
Fehlerstromschutzschalter. Schützt vor gefährlichen Fehlerströmen. Bei älteren Installationen sollte ein Elektriker prüfen, ob alles passt.
Firmware
Interne Software im Wechselrichter. Updates können Funktionen ändern – relevant bei Geräten, die per App konfigurierbar sind.
Flachdach-Aufständerung
Halterung zur Neigung der Module auf Flachdach/Terrasse. Wichtig: Ballast/Sturmsicherung.
G
Glas-Glas
Modulaufbau mit Glas auf Vorder- und Rückseite. Sehr robust, oft gute Langzeitstabilität – beliebt für Balkon/Fassade.
Glas-Folie
Modulaufbau mit Glas vorne und Folie hinten. Oft leichter/günstiger, kann aber langfristig empfindlicher gegen Feuchte/Belastung sein.
Grundlast
Dauerverbrauch im Haushalt (Router, Kühlschrank, Standby). Genau dafür sind Balkonkraftwerke ideal.
H
Haftung
Im Schadenfall wird geprüft, ob die Anlage korrekt installiert und konform betrieben wurde. Betreiber trägt Verantwortung.
Hybrid-Speicher
Speicherlösung mit integriertem Wechselrichter/Management. In der Schweiz besonders kritisch, wenn >600 W AC möglich oder per App konfigurierbar.
I
Installationspflicht (NIV)
Wenn eine Anlage installationspflichtig ist (z. B. AC-Nennleistung >600 W), darf sie nicht steckerfertig an Endstromkreise angeschlossen werden, sondern muss durch konzessionierte Fachbetriebe installiert werden.
IP-Schutzart
Schutzklasse gegen Staub/Wasser (z. B. IP67). Für Wechselrichter im Aussenbereich relevant.
J
Jahresertrag (kWh/Jahr)
Gesamtmenge erzeugter Energie pro Jahr. Stark abhängig von Ausrichtung, Neigung, Standort und Verschattung.
K
Konformitätserklärung (Schweiz)
Dokument/Nachweis, dass Anlage/Komponenten die relevanten Anforderungen erfüllen. Häufig wichtig für Netzbetreiber-Anmeldung und Rechtssicherheit.
kWh
Energieeinheit. 1 kWh = 1’000 W über 1 Stunde. Stromrechnung basiert auf kWh, nicht auf „Watt“.
L
Leistung (W / Wp)
W = Leistung (momentan). Wp = Peak-Leistung des Moduls unter Testbedingungen (STC). In der Schweiz ist für Legalität die AC-Nennleistung relevant.
Limiter / Begrenzung
Technische oder softwareseitige Begrenzung der Einspeiseleistung. In der Schweiz wichtig: dauerhaft, nicht umschaltbar.
M
MC4
Standard-Stecksystem für PV-DC-Kabel. Muss korrekt verriegelt sein. Falsche/lockere Stecker sind ein häufiger Fehlergrund.
MPPT
Maximum Power Point Tracking – optimiert den Arbeitspunkt der Module für maximalen Ertrag.
Mikrowechselrichter
Wechselrichter für ein oder wenige Module. Vorteil: modular, oft gute Schatten-Toleranz und Monitoring.
N
Nennleistung
Herstellerangabe zur maximalen Leistung eines Geräts (z. B. 600 W AC beim Wechselrichter). Diese Angabe ist rechtlich/technisch zentral.
NIV
Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen (Schweiz). Regelt u. a. Installationspflicht und wer was installieren darf.
NIN
Norm für Niederspannungsinstallationen (Schweiz). Enthält technische Anforderungen, z. B. zu Anschluss/Absicherung.
O
Ost/West-Ausrichtung
Module nach Osten und Westen ausgerichtet: oft gleichmässiger Tagesertrag, häufig gut für Eigenverbrauch (morgens + nachmittags).
Oversizing (DC>AC)
Mehr Modulleistung als Wechselrichterleistung. Erhöht Ertrag in Randzeiten/bei diffusem Licht, ohne die 600-W-AC-Grenze zu erhöhen.
P
PV (Photovoltaik)
Technologie, die Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandelt.
Plug-&-Play
Steckerfertige PV-Lösung für Laieninstallation – in der Schweiz typischerweise nur innerhalb der 600-W-AC-Grenze sinnvoll/zulässig.
Polykristallin
Ältere Zelltechnologie, meist weniger effizient als monokristallin. Heute seltener bei neuen Balkonkraftwerken.
Q
Qualität (Module)
Hochwertige Module erkennt man oft an stabiler Rahmenkonstruktion, sauberer Verarbeitung, Glas-Glas Aufbau, nachvollziehbaren Garantien und sauberem Datenblatt.
R
Rückspeisung
Synonym für Einspeisung: Überschussstrom fliesst ins Netz, wenn der Haushalt weniger verbraucht als produziert wird.
ROI / Amortisation
Zeit bis sich die Investition durch eingesparten Strom „zurückbezahlt“. Hängt stark vom Eigenverbrauch ab.
S
Speicher (Batterie)
Batteriesystem, das Solarstrom zwischenspeichert. In der Schweiz kritisch, wenn das System (inkl. integriertem Wechselrichter) >600 W AC zulässt oder per App umschaltbar ist.
SPD (Überspannungsschutz)
Schutz gegen Überspannungen, z. B. durch Blitzeinfluss. Kann auf AC- und/oder DC-Seite verbaut sein.
STC
Standard Test Conditions – Laborbedingungen für die Modul-Leistungsangabe (Wp). In der Realität oft weniger Leistung wegen Temperatur/Winkel/Wetter.
T
T13 (Schweiz)
Schweizer Haushaltsstecker/Steckdose. Viele EU-Wechselrichter kommen mit Schuko (Typ F) und benötigen einen passenden Adapter.
Tracker (MPPT)
Regler im Wechselrichter, der den optimalen Arbeitspunkt sucht. Zwei Tracker sind praktisch für 2 Module mit unterschiedlicher Ausrichtung.
U
Umschaltbar
Wenn ein Gerät (Wechselrichter/Speicher) durch App/Software/Einstellung höhere AC-Leistungen freischalten kann. Genau das ist in der Schweiz beim 600-W-Konzept heikel.
Unterlagen
Anleitung, Datenblatt, Konformität – oft nötig für Anmeldung und Rechtssicherheit.
V
Verschattung
Schatten auf Modulen (Geländer, Bäume, Gebäude) reduziert den Ertrag stark. Haupt-Ertragskiller bei Balkonen.
Versicherung
Im Schadenfall kann relevant sein, ob die Anlage korrekt installiert und konform betrieben wurde. Darum sind Legalität und saubere Montage wichtig.
W
Watt (W) vs. Kilowattstunde (kWh)
W ist momentane Leistung. kWh ist Energie über Zeit (was du bezahlst). Beispiel: 500 W für 2 Stunden = 1 kWh.
Wechselrichter
Wandelt DC von Modulen in AC fürs Hausnetz. In der Schweiz ist die AC-Nennleistung (max. 600 W) der zentrale Legalitätsfaktor.
WLAN / WiFi (2.4 GHz)
Viele Inverter nutzen 2.4 GHz WLAN fürs Monitoring. Häufige Probleme: falsches Band, schwaches Signal, Router-Sicherheit.
X
X-Grad Neigung
Neigungswinkel der Module. Steiler begünstigt Winterertrag und Selbstreinigung, flacher begünstigt Sommerertrag.
Y
Yield (Ertrag)
Englisch für Ertrag. Gemeint sind kWh pro Tag/Monat/Jahr.
Z
Zählernummer
Nummer deines Stromzählers – wird bei der Anmeldung oft benötigt.
Zählerwechsel
Wenn der Netzbetreiber einen alten Zähler gegen einen geeigneten tauscht. Kann bei Plug-&-Play PV vorkommen.
